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Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Sehr geehrte Damen und Herren,
wir freuen uns, Ihnen heute das aktuelle Rundschreiben des Präventionsprojekts Glücksspiel zukommen zu lassen und wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen!

Das erwartet Sie im aktuellen Glücksspiel-Update:
  1. Das Präventionsprojekt Glücksspiel informiert
  2. Gastbeitrag
  3. Informationen aus Berlin
  4. Recht und Politik
  5. Blitzlicht
  6. Forschung
  7. Veranstaltungshinweise

Das Präventionsprojekt Glücksspiel informiert

Glücksspiel im Kinderzimmer - Ergebnisse der Online-Umfrage

Zwischen dem 21.02.2022 und 22.04.2022 führte das Präventionsprojekt eine Online-Umfrage zu Glücksspielelementen in Handy-, Computer- und Videospielen durch. Insgesamt nahmen 387 Personen, darunter 46% Eltern minderjähriger Kinder, teil. Die Ergebnisse zeigen einen deutlichen Aufklärungsbedarf in Bezug auf glücksspielähnliche Mechanismen in digitalen Spielen für Kinder, insbesondere bei den Eltern.

 
Zur Auswertung
Arbeitshilfe zur Unterstützung von Kindern aus glücksspielsuchtbelasteten Familien
Bereits im letzten Newsletter wurde auf die neue Arbeitshilfe, welche Fachkräfte über die Auswirkungen einer Glücksspielsucht auf in der Familie lebende Kinder informiert und mögliche Handlungsoptionen aufzeigt, hingewiesen. Die Arbeitshilfe liegt nun auch als Print-Version vor und kann kostenfrei über das Bestellportal angefordert werden.

Aktualisiertes Informationsblatt zur Spielersperre
Seit dem 01.07.2022 kann man sich deutschlandweit anbieter- und spielformübergreifend für die Teilnahme am Glücksspiel sperren lassen. Das Infoblatt des Präventionsprojektes informiert über die wichtigsten Fakten zur Selbst- und Fremdsperre und steht hier zum Download zur Verfügung. 

Übersicht zu Präventions- und Hilfeangeboten
Das Präventionsprojekt Glücksspiel hat die Liste mit gebündelten Informationen über Präventions- und Hilfeangebote zu Glücksspielsucht aktualisiert. Die Tabelle wird auch weiterhin gepflegt und steht zum kostenlosen Download bereit. Wenn Sie ein Angebot ergänzen möchten, schreiben Sie gerne eine Nachricht an das Projektteam.


Gastbeitrag

Thomas Melchior: Der Werbung für Sportwetten die Rote Karte zeigen

Das oben abgebildete Plakat war vom 27. Mai bis zum 06. Juni direkt an der Zufahrt zur Justizvollzugsanstalt Dresden zu sehen. In dieser war ich für insgesamt 1.216 Tage bis zum 17. Mai 2022 inhaftiert. Hier findet Ihr die dazugehörige Pressemitteilung und eine Reportage vom Y-Kollektiv.

Die Person auf dem Plakat zeigt mich selbst - in einem Häftlings-Schlafanzug, in Handschellen und mit langen Haaren. Ich bin Bankkaufmann von Beruf. Das Foto soll zeigen, wie ich mich hinter der Fassade jahrelang gefühlt habe: gefangen in meiner Sucht und optisch alles andere wie ein Bankkaufmann ausschauend. Mit dieser Symbol-/Kunstfigur möchte ich ein Zeichen gegen die weltweit immer stärker aufkommende Spielsucht setzen. 

Seit Freitag, dem 10. Juni gehe ich zu Fuß von Dresden nach Manchester und möchte dort am 07. Juli ankommen. Anschließend werde ich am campaign walk der Organisation "the big step" teilnehmen und im Rahmen dessen am 08./09. Juli von Manchester nach Liverpool laufen. Gemeinsam wenden wir uns an die Politik, die Fussballvereine, vor allem aber an die Öffentlichkeit, um dem verantwortungslosen Werben der Glücksspielindustrie endlich Einhalt zu gebieten. Weitere Informationen findet Ihr auf meiner Webseite und oder ihr schreibt mir einfach eine Mail

Thomas Melchior unterstützen

Informationen aus Berlin 

Recht und Politik

In Bremen gelten zukünftig schärfere Mindestabstandsregeln zwischen Spielhallen und Wettvermittlungsstellen. Zudem soll dem Bericht des Weser Kuriers zufolge auch die Altersgrenze beim Betreten solcher Betriebe auf 21 Jahre erhöht werden.

Das Oberlandesgericht Frankfurt hat einmal mehr bestätigt, dass bei illegalem Online-Glücksspiel kein gültiger Vertrag zwischen Anbieter und Spieler entsteht, wodurch sowohl Verluste wie Gewinne rechtsunwirksam sind, heißt es bei FOCUS ONLINE.

Mit dem Erhalt ihrer Lizenz haben sich Sportwettanbieter mit dem gesetzlich vorgeschriebenen monatlichen Einzahlungslimit von 1.000 Euro einverstanden erklärt. Laut WirtschaftsWoche liegen mittlerweile jedoch von fast allen Anbietern Klagen gegen dieses Limit vor, obwohl es eine wesentliche Komponente in Sachen Spielerschutz ist.

In Sachen Online-Glücksspiel kassiert der Staat bereits deutlich ab, auch wenn teilweise noch keine gültigen Lizenzen verteilt wurden. Laut Handelsblatt belaufen sich die Einnahmen aus der virtuellen Automatensteuer für das 2. Halbjahr 2021 auf etwa
155 Millionen Euro - Tendenz steigend.

Blitzlicht

Werbung
Der NDR setzt sich in seinem Videobeitrag mit dem Thema Sportwettenwerbung auseinander und kritisiert dabei insbesondere die Rolle des DFB, der DFL und der Sportschau.

In einem Audiobeitrag des Deutschlandfunks diskutieren Tobias Hayer, Fritz Lüders und Stefan Fries über Werbung der öffentlich-rechtlichen Medien für Glücksspiele – von der Bekanntgabe der Lottozahlen in den Nachrichten bis hin zur Werbung für Sportwetten.

Der belgische Justizminister legt einen Gesetzesentwurf für ein weitreichendes Werbeverbot für Glücksspiele vor. Diese sollen künftig sowohl in audiovisuellen Medien als auch Printmedien und Teilen des Internets nicht mehr beworben werden dürfen, berichtet die belgische Zeitschrift flanderninfo

Borrussia Mönchengladbach warb noch bis vor Kurzem mit einem illegalen Online-Sportwettenanbieter. Dank der Initiative des Fachverbands Glückspielsucht e.V. verzichtet der Erstligist zukünftig vollständig auf die Werbung. Ein Bericht der RP Online.

Glücksspielsucht
Offiziell wird die Spekulation in Kryptowährungen nicht unter Glücksspiel eingeordnet. Die Verhaltensmuster und Folgen können jedoch denen einer Glücksspielsucht sehr ähneln, heißt es in einem Artikel des Stern

In einer ausführlichen Reportage auf Pro7 geht es um das Thema Glücksspielsucht. Es werden verschiedene Betroffenenperspektiven beleuchtet. Der Beitrag zeigt, dass bereits Kinder von Glücksspielelementen wie Lootboxen abhängig werden können.


Lootboxen
In Belgien zählen Lootboxen bereits seit einiger Zeit zu Glücksspielen und sind deshalb verboten.  Nun will nach Angaben des Bayerischen Rundfunks auch Spanien gegen die glücksspielähnlichen Elemente vorgehen, da diese vor allem für Kinder besonders hohe Risiken bergen.

Das neue Computerspiel Diablo Immortal verknüpft Lootboxen mit Slotmachines. Aufgrund der klaren Haltung von Belgien und den Niederlanden wird der Markteintritt des Spiels dort verhindert, berichtet das östereischische Portal futurezone

Forschung

Härtl et al. (2022) führten eine explorative Befragung mit Suchthilfe-Mitarbeitenden durch. Die Ergebnisse zeigen, dass die wichtigsten Themen im Rahmen der Angehörigenberatung von pathologischen Glücksspieler_innen Selbstfürsorge, Problem-/Belastungsexploration und finanzielle Existenzsicherung sind. Originalarbeit.

Das Jahrbuch Sucht 2022 der DHS ist erschienen und fasst sowohl Zahlen zu Prävalenzen, als auch Inanspruchnahmen des Hilfesystems und Umsätzen der Anbieter zusammen. Originalarbeit.

Der Fachbeirat Glücksspiel setzt sich aus Expert_innen der Glücksspielsuchtbekämpfung, des Jugend- und Spielerschutzes sowie der Kriminalitätsbekämpfung zusammen und arbeitet auf Grundlage des Glücksspielstaatsvertrages. Der Jahresbericht für 2021 informiert über die Tätigkeiten des Beirats im vergangenen Jahr. Originalarbeit.

Veranstaltungshinweise

 
In unserem Veranstaltungskalender finden Sie eine Zusammenstellung verschiedenster Fortbildungen, Seminare und Fachtagungen diverser Anbieter rund um das Thema Glücksspiel(sucht). 

Wenden Sie sich gerne an uns, wenn Sie Ihre Veranstaltung mit in die Liste aufnehmen wollen. Über Hinweise und Ergänzungen freuen wir uns sehr. 
 
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